MIN-Fakultät
und Naturwissenschaften
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24. April 2026, von Heiko Fuchs

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Am 23. April 2026 fanden wieder die bundesweiten Aktionstage Girls’Day und Boys’Day statt. Diese bieten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Berufe und Studienfelder kennenzulernen, in denen ihr Geschlecht bislang unterrepräsentiert ist. An der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg hatten sich über 600 Schülerinnen und Schüler aus Hamburg sowie dem Umland angemeldet, um an den vielfältigen Angeboten teilzunehmen.
Das Programm reichte von Laborarbeit in der Mikrobiologie über Experimente in den Nano- und Lebensmittelwissenschaften bis hin zu Klimaforschung, Geowissenschaften und Astrophysik. Besonders im Fokus standen interaktive und kreative Formate: Die Teilnehmenden entwickelten eigene App-Ideen, konstruierten und programmierten LEGO-Roboter, tauchten in virtuelle Welten ein und stellten sich den Herausforderungen eines Science Escape Games. Andere erkundeten physikalische und chemische Phänomene beim Kochen oder kamen direkt mit Forschenden ins Gespräch.
Ziel des Girls’Day und Boys’Day ist es, bestehende Rollenbilder zu hinterfragen und neue Perspektiven für die eigene Zukunft zu eröffnen. Die Angebote finden zwar am selben Tag, jedoch bewusst für Mädchen und Jungen getrennt statt: So entstehen geschützte Räume, in denen sich die Teilnehmenden freier erproben und Hemmschwellen abbauen können. Auf diese Weise werden gezielt Impulse gesetzt, die Interesse wecken und das Selbstvertrauen in bislang ungewohnten Bereichen stärken.
Die Nachfrage nach den Angeboten zum Girls‘Day sowie Boys’Day war auch in diesem Jahr wieder sehr hoch, alle Aktionen waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.
Hier sind die Angebote der einzelnen Fachbereiche der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg im Überblick:
Fachbereich Biologie
Im Boys’Day-Angebot „Ein Tag als Mikrobiologe“ nahmen die Teilnehmer die Welt der Mikroorganismen unter die Lupe und lernten deren Nutzen kennen. Nach einer kurzen Einführung arbeiteten sie selbst im Labor und sammelten erste Erfahrungen im Pipettieren sowie Mikroskopieren.
Fachbereich Chemie
Im Fachbereich Chemie gewannen die Teilnehmenden im Rahmen des Girls’Day und Boys’Day vielfältige Einblicke in aktuelle Forschungsfelder. Während sich die Schülerinnen mit Nanowissenschaften und deren Bedeutung für Zukunftstechnologien beschäftigten, lernten die Schüler biochemische und lebensmittelchemische Fragestellungen kennen. Im Schullabor „Molecules & Schools“ des Exzellenzclusters „CUI: Advanced Imaging of Matter“ führten sie eigenständig Experimente durch und tauschten sich mit Forschenden sowie Studierenden über Studien- und Berufsperspektiven aus.
Fachbereich Erdsystemwissenschaften
Im Fachbereich Erdsystemwissenschaften tauchten die Schüler in die Geologie und Paläontologie ein, bestimmten Gesteine und untersuchten Fossilien. Währenddessen beschäftigten sich die Schülerinnen beim Exzellenzcluster „Climate, Climatic Change, and Society“ mit Klimaforschung – von Eiszeiten über Klimamodelle bis hin zu aktuellen Fragen des Klimawandels. Beide Angebote verbanden praktische Übungen mit anschaulichen Einblicken in Forschungsfelder und gaben Gelegenheit, mehr über Studien- und Berufsaussichten zu erfahren.
Fachbereich Informatik
Im Fachbereich Informatik wurden im Rahmen des Girls’Day insgesamt fünf Angebote durchgeführt, die zentrale Themen der digitalen Welt praxisnah vermittelten. Die Teilnehmerinnen entwickelten eigene digitale Ideen im „Mini Design Sprint“, programmierten Spiele und erkundeten Anwendungen des Internets der Dinge. Außerdem setzten sie sich spielerisch mit Kryptographie auseinander und erhielten erste Einblicke in Programmierlogiken. Darüber hinaus bauten und programmierten sie LEGO-Roboter und gestalteten eigene virtuelle 3D-Welten, die sie anschließend in Virtual Reality erkunden konnten.
Fachbereich Mathematik
Im Fachbereich Mathematik lernten die Girls’Day-Teilnehmerinnen den Alltag als Mathematik-Studentin kennen, tauschten sich mit Studentinnen sowie Promovierenden aus und besuchten Vorlesungen. Ergänzt wurde das Programm durch praxisnahe Einblicke in Anwendungsfelder der Mathematik sowie durch das gemeinsame Lösen kleiner Rätsel.
Fachbereich Physik
Im Fachbereich Physik erhielten die Teilnehmerinnen beim Girls’Day vielfältige Einblicke in unterschiedliche Bereiche der Physik – von Astrophysik bis Nanowissenschaften. An der Hamburger Sternwarte erkundeten sie bei praktischen Übungen und Beobachtungen das Universum und kamen mit Forschenden ins Gespräch. Darüber hinaus arbeiteten sie im Schullabor „Light & Schools“ des Exzellenzclusters „CUI: Advanced Imaging of Matter“ mit Minicomputern, entwickelten eigene kleine Projekte und lernten Grundlagen der Programmierung kennen. Interaktive Formate wie ein Science Escape Game vermittelten aktuelle Forschung auf spielerische Weise.
Allein für das Mitmachangebot „Physik und Chemie des Kochens“ der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfgang Parak aus den Nanowissenschaften – unterstützt von den Exzellenzclustern CUI: Advanced Imaging of Matter und Quantum Universe – meldeten sich mehr als 390 Schülerinnen an und erkundeten naturwissenschaftliche Prinzipien anhand alltäglicher Kochprozesse. An verschiedenen Experimentierstationen untersuchten die Teilnehmerinnen die Funktionsweise eines Schnellkochtopfs, Fermentation beim Backen und die Verkapselung von Aromen.
Im Rahmen des Boys’Day erhielten die Teilnehmer Einblicke in die Wissenschaftskommunikation. Im Angebot „Kunst hilft weiter“ des Exzellenzclusters „CUI: Advanced Imaging of Matter“ lernten sie, wie komplexe Forschung durch visuelle und künstlerische Ansätze verständlich vermittelt werden kann.
Ausführliche Informationen finden Sie auf der Website der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften:
uhh.de/min-girls-boys-day
Weiterführende Informationen zu allen Angeboten zum Girls’Day und Boys’Day an der Universität Hamburg:
www.uni-hamburg.de/chancengerechtigkeit/ueber-uns/veranstaltungen/girls-und-boys-day.html