und Naturwissenschaften
Neue Initiative zur Förderung der Arthrose-Forschung
8. Januar 2026, von MIN-Dekanat

Foto: UHH/MIN
Eine neue europäische Forschungsinitiative unter Beteiligung des Fachbereichs Informatik der Universität Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis, die Diagnose und die Behandlung von Osteoarthrose durch den Einsatz von Big Data, künstlicher Intelligenz und innovativen klinischen Forschungsmethoden voranzutreiben. Das PROBE-Projekt (Patient Relevant Osteoarthritis endpoints using Big data Evaluation) wurde im Rahmen der Innovative Health Initiative Joint Undertaking (IHI JU) gestartet.
Arthrose betrifft weltweit mehr als 500 Millionen Menschen und ist nach wie vor eine der Hauptursachen für Behinderungen. Die klinische Forschung in dem Bereich steht derzeit aufgrund der Heterogenität der Erkrankung, fragmentierter Datenquellen und begrenzter Endpunkte klinischer Studien vor Herausforderungen. PROBE begegnet diesen Herausforderungen durch Entwicklung KI-basierter Vorhersagemodelle und klinischer Studiendesigns der nächsten Generation.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Schaffung einer sicheren Infrastruktur für föderiertes Lernen. Dieser Ansatz ermöglicht groß angelegte KI-gesteuerte Analysen und stellt gleichzeitig sicher, dass sensible Gesundheitsdaten lokal gespeichert bleiben. Mithilfe dieser Infrastruktur wird PROBE Daten von mehr als 70 Millionen Personen aus mehreren Arthrose-Kohorten analysieren.
Zu den wichtigsten Zielen des PROBE-Projekts gehören:
- Entwicklung neuartiger multimodaler Endpunkte für eine verbesserte Bewertung von Arthrose-Behandlungen.
- Aufbau eines föderierten europäischen Arthrose-Datenbanknetzwerks, das den regulatorischen Standards entspricht.
- Anwendung von KI-Modellen zur Vorhersage des Krankheitsverlaufs und zur Ermöglichung einer personalisierten medizinischen Versorgung.
- Unterstützung gemeinsamer Entscheidungsfindung zwischen Patientinnen und Patienten sowie medizinischem Fachpersonal.
- Aktive Einbindung von Patientinnen und Patienten, Pflegekräften, Kliniken, Aufsichtsbehörden und Einrichtungen zur Bewertung von Gesundheitstechnologien.
„Die Big-Data-Analysen in diesem öffentlich-privaten PROBE-Konsortium werden hoffentlich die Entwicklung von Behandlungen für Arthrose, einer weit verbreiteten Krankheit mit enormen gesellschaftlichen Auswirkungen, verändern, indem sie sich auf personalisierte Ansätze mit KI-basierter Phänotypisierung und Vorhersagemodellen stützen“, sagt Matthias Schieker, Co-Koordinator von PROBE und Leiter des Industriekonsortiums.
Letztendlich zielt PROBE darauf ab, frühzeitigere und effektivere Interventionen für Menschen mit Arthrose zu ermöglichen und gleichzeitig die Kosten und Dauer klinischer Studien durch gezieltere und effizientere Studiendesigns zu reduzieren.
PROBE startete im Dezember 2025 und hat eine Laufzeit von 60 Monaten. Das Projekt bringt 38 Partner aus Wissenschaft, Industrie, Patientenorganisationen, Aufsichtsbehörden und Gesundheitseinrichtungen aus ganz Europa und darüber hinaus zusammen. Das Konsortium wird gemeinsam vom Erasmus MC University Medical Center und Novartis koordiniert und spiegelt das starke Engagement des öffentlichen und privaten Sektors für die Verbesserung der evidenzbasierten Arthrose-Forschung und der Patientenversorgung wider. Die Projektarbeiten an der Universität Hamburg werden von Professor Dr. Jan Baumbach vom Institut für Computational Systems Biomedicine, und PD Dr. Linda Baumbach, die über Fachkenntnisse in der computergestützen physiotherapeutischen Versorgungsforschung und Osteoarthritis verfügt, geleitet.
„Wir sind stolz darauf, dieses Konsortium zu koordinieren und gemeinsam an einem bedeutenden Fortschritt in der Osteoarthritis-Forschung zu arbeiten. Dieses Projekt ist nicht nur eine eigenständige Initiative mit wenigen Partnern, sondern eine gemeinsame Anstrengung der wichtigsten Akteure in der Arthrose-Forschung. Es steht für eine zukunftsorientierte Vision für die Zukunft der Arthrose-Forschung mit dem Ziel, die Behandlung und die langfristigen Ergebnisse zu verbessern“, sagte Sita Bierma-Zeinstra, Koordinatorin des PROBE-Projekts und Leiterin des akademischen Konsortiums.
Weitere Informationen
Das Projekt wird von der Innovative Health Initiative Joint Undertaking (IHI JU) im Rahmen der Fördervereinbarung Nr. 101219324 unterstützt. Die JU wird vom Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon Europa“ der Europäischen Union sowie von COCIR, EFPIA, EuropaBio, MedTech Europe, Vaccines Europe, Pacira Pharmaceuticals Inc. und Capgemi unterstützt.
Weitere Informationen zum Projekt sind auf der folgenden Webseite zu finden: ihi-probe.eu.

